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Der "Hopper Guide" über Dr Overflow's DVB98 Software

Wer die DVB-Software genauer kennenlernen möchte, der lese sich diesen etwas längeren Artikel aus dem Hopper Guide durch. Weiter unten steht die Software zum Download bereit.

Digitales Transponderhoppen, wer macht das heute nicht? Was vor einigen Jahren noch völlig unmöglich schien, ist Wirklichkeit geworden: ein relativ billiger Digitalempfänger mit Bedienungsund Empfangsmöglich keiten, die kaum noch einen Wunsch offen lässt. In Hobby-Kreisen war das Erscheinen der deutschen dBox mit ihrer eingeschränkten Funktionalität Anlass zum Schreiben einer eigenen Bedienungssoftware für den bei den Transponderhoppern riesig populären Empfänger. Kein Wunder, denn die Entwickler der Nokia MediamasterFamilie sahen eine Vielzahl Möglichkeiten vor, die zu einem grossen Teil bei der 'offiziellen' Software verbor-gen blieben. Höchste Zeit also für eine erfrischende Aufwertung unserer Box.

Nach dem Erscheinen der Nokia dBox im Sommer 1996 hatten wir schnell das Gefühl, dass beachtlich mehr Mög-lichkeiten von ihren Entwicklern vorgesehen waren als der Anwender nutzen konnte. Dinge wie Videotext und der Empfang von schmalbandigen Signalen (SCPC) waren nicht möglich. Damals noch nicht.

Um es zusammenzufassen: digitale Empfänger wurden (und werden teilweise immernoch) zwar entworfen durch kreative Fabrikanten, aber mit einer Software auf den Markt gebracht, die an die Wünsche des Digital-TV-Anbieters, des sogenannten Providers, angepasst ist. Der hat nur eine Absicht: die eigenen Programme auf den Schirm des Käufers zu bringen und damit Schluss. Der Ausdruck 'offiziell eingeschränkt' war geboren und das Los der dBox schien damit besiegelt.

Wie es bei manchen populären Heimcomputern geschah, kam auch die hochwertige Hardware der dBox in das Gesichts feld inventiver Hobbyisten, die herausbekamen, dass der Nokia-Entwurf zahllose Möglichkeiten vorsah, die den normalen 'Gute Zeiten schlechte Zeiten'-Zuschauer sicher kalt lässt, aber das Herz des aktiven Transponderhopper schneller schlägen lässt. Ein deutscher Hobbyist erforschte die Box gründlich und schrieb selbst Bedienungssoftware für den Empfänger, wobei geschickt von den zahllosen Standardfunktionen Gebrauch gemacht wurde die der Entwurf vorsieht, Funktionen, die vor nicht alzu langer Zeit vorbehalten waren an professionellen Empfängern für zehntausende Mark.

Transponderhoppen

Lassen wir uns, vor dass wir unsere Jubelgeschichte beginnen, eines verdeutlichen: die in diesem Artikel beschriebenen Dinge sind ausdrücklich bestimmt für Hobbyisten. Den aktive Hopper also, der nicht vor einigem Experimentieren zurückschreckt und nicht in Gejammer ausbricht, wenn eine Funktion nicht gut oder selbst garnicht arbeitet. Noch mehr: der sich bewusst ist, dass er alles auf eigene Gefahr tut und einen unverhofften Schaden oder Misslingen sportlich trägt. Zu diesem Punkt könne wir beruhigen: unsere Box hat alle Experimente bis jetzt überlebt.

Vom Inernet

Der erste Schritt des Besitzers einer dBox/Mediamaster ist das gratis Pflücken der Software und der deutschsprachigen Anleitung. Ebenso wie für andere Software die im Umlauf ist für die Mediamaster-Familie gilt dass die Boxen, die für einen bestimmten Provider (DF1dBox, Multichoice/Canal+-Mediamaster 9500) gefertigt sind, nicht ohne weiteres mit einer anderen Software versehen werden können. Ausführliche Anleitungen, wie das doch möglich ist, sind im Internet zu finden. Der Mediamaster 9200 ist eine sehr geeignete Basis.

Auf der Internetseite von Dr.Overflow ist weiterhin eine Liste mit Settings für alle denkbaren und undenkbaren Kanele zu finden. Diese sind nach dem Downloaden mit dem PC über ein serielles Kabel (die Beschaltung ist ebenfalls auf der Site zu finden) in den Empfänger zu übertragen. Umgekehrt kann diese Liste wieder ausgelesen, auf dem PC mit einem Hilfsprogramm bearbeitet und schliesslich wieder zurückgeschickt werden.

Was können wir mit der Dr.Overflow, was wir mit der Standardsoftware nicht können? Das hängt natürlich von der Software ab, die jetzt in der dBox oder dem Mediamaster sitzt. Die offizielle Canal+ Software fällt nicht durch Flexibilität auf und ist für aktives Hoppen ungeeignet wegen des Fehlens von z.B. einer Eingabemöglichkeit von PID's. Die FTA-Software hat diese Möglichkeit wohl, aber lässt weiterhin nur eine beschränkte Anzahl Parameterveränderungen zu. Die Dr.Overflow-Software ist nur mit einer Absicht geschrieben: alles raushaolen was drinsteckt! Die Hardware kann z.B. mühelos die Empfangsparameter (Auflösung, Bitrate) anzeigen, kann ein NTSC Ausgangssignal liefern (wichtig bei Stationen die in NTSC senden) und lässt es ausserdem zu, Kanäle genau auf der Stelle in der Senderliste aufzunehmen, die wir wünschen. Ein Multiplex kann mit einem Blick geprüft werden auf vorhandene Kanäle, inclusiv der benutzen PID's. Im Vergleich mit früheren Versionen unterstützt die Dr.OverflowSoftware auch Videotext und das Irdeto-CAM. Es wird erfreulich im Digi-Land!

Erstes Kennenlernen

Gut, die Software ist im Empfänger und das (ASTRA)LNB angeschlossen. Standardmässig ist die Software auf das übliche Universal-LNB eingestellt und sind einzelne Sender in der Senderliste. Ohne das ganze Manual durchzunehmen beschreiben wir die wichtigsten Punkte, um dem Leser einen Eindruck der Möglichkeiten zu vermitteln und den glücklichen Besitzer auf diesem Weg zu helfen.

Die Bedienung während des Zappens hat grosse Aehnlichkeiten mit der Fabriksoftware. Die Senderübersicht erscheint aber nicht mit OK auf dem Schirm, sondern mit 'Page UP' oder 'Page Down'.

CD-ROM/CAM-Menü

Mit einem Druck auf der Fernbedienung (Opt/Exit) erscheinen die Instruktionen für den am SCSI-Port angeschlossenen CD-Spieler für das Abspielen von VideoCD's. Auch ist ein 'Kaltstart' aufzurufen, wobei der Empfänger sich zurücksetzt, als ob der Netzstecker kurz gezogen worden wäre. Ein zweiter Druck auf Opt/ Exit zeigt das Menü für das Benutzen des IrdetoConditional Access Module (CAM). Das muss beim ersten Benutzen aktiviert werden.

Hauptmenü

Das ist die Zugangspforte zum Digi-Walhalla! Alle Veränderungen werden durchgeführt über das Hauptmenü. Es erinnert im Aufbau an das 'Rote Menü' von früher! Es gibt 10 Wahlmöglichkeiten, die jedes ein Submenü aufrufen. Beim Navigieren durch das Hauptmenü und die darunter liegenden Submenüs liefert OK eine Bestätigung von Einstellungen und bringt uns die Menü-Taste einen Schritt zurück. So kann man das Haupmenü wieder verlassen. Seid vorsichtig mit der Option 7 des Hauptmenüs (Encoder 71xx), wobei direkt in die SpeicherRegister des Empfängers geschrieben wird. Nicht dran rühren also, als Hopper brauchen wir es nicht.

Bevor irgendetwas an den Einstellungen verändert wird, ist es ratsam den General Setup (A im Hauptmenü auf 'Mark/Menu' drücken) auszuführen. Wenn nötig die Werte wie Local Oszillator Freqüncy (LOF) oder den RS232 Computerlink und 'kosmetische Einstellungen' wie Farben und Angaben im Display verändern.

Das Submenü 7 (Display) des General Menüs ermöglicht es, diverse Optionen der Menüs selbst einzustellen. Die On Screen Display-Einstellungen (A) bieten drei Optionen beim Anzeigen der 'now-next' Electronic Programme Guide: keine Information, nur das laufende Programm oder das jetzige und das folgende Programm. Unter der Bedingung, dass diese Information gesendet werden.

Das Display auf der Front des Empfängers kann nach Wunsch die Empfangsfreqünz oder den Stationsnamen (wie bei der Standart-Software) anzeigen (9). Selbst die Helligkeit des Displays ist einstellbar, sowohl im Stanby (6) als auch bei Betrieb (4). Schwierigkeiten mit zu kleinen Buchstaben der Stationsanzeige auf dem Bildschirm? Einfach die grossen Buchstaben (big font) (2) auswälen. Auch die Art, wie die Senderliste im Bild erscheint und sich verhält, ist einstellbar: (6) Scroll mode 1 zeigt nach einem Druck auf Pfeil up/down die Senderliste, und sobald der Curser verschoben wird, erscheint sofort der neü Sender, wobei die Liste stehen bleibt, bis auf Menü gedrückt wird. Bei Scroll 3 muss erst auf OK gedrückt werden, ehe das Bild erscheint. Scroll 2 stimmt mit den regulären Softwaren überein: Sender auswählen, OK und die Liste verschwindet. Richtig wichtig sind diese Einstellungen nicht, aber es zeigt, wie flexibel der Empfänger ist. Und warum soll man nicht von den gebotenen Möglichkeiten Gebrauch machen?

Auf der Jagd nach Stationen

Ausgehend von dem Wunsch, ein neüs Radio-oder TVProgramm der Senderliste zuzufügen, wählen wir zuerst Menü 2 (Frontend) für das Eingeben der Freqünz, Symbolrate, FEC und Polarisation. Wenn der Empfänger ein DVB-Signal findet, schlägt der Signalindikator im Menü aus und verändert gleichzeitig den liegenden Strich im Display des Empfängers in einen Block. Letztgenanntes gibt es auch bei der offiziellen Software. Erscheint kein Block, sind weitere Einstellungen sinnlos.

In diesem Menü ist übrigens die Signalstärke abzulesen. Liefern die eingegebenen Werte keinen Empfang (Block), dann hilft Option 7 des Frontend menü (Status) manchmal weiter. Wenn die Empfangsfreqünz ungefähr richtig ist und auch die Polarisation stimmt, kann Frontend selbst die Werte für Symbolrate und FEC finden. Notfalls ein paar mal auf 7 drücken, bis die gemeldeten Werte konstant sind. Mit OK werden die Werte zum Frontend kopiert.

Nachdem der Empfänger auf der eingestellten Freqünz einen DVB-Datenstrom gefunden hat, erscheint noch kein Bild! Dr.Overflow ist doch für die 'do it yourself'er.

Im Menü 8-6 (SI Parsing Untersuchung Service Information) kann der vom Tuner gefundene Transportstream auf seinen Inhalt untersucht werden. Dafür sind verschiedene Submenüs verfügbar.

Satellite Scan

Auch den etwas fauleren Hoppers reicht Dr.Overflow die Hand! Mit dem automatischen Scan suchte die Software alle Stationen von Astra ab und bekamen wir eine Liste von mehr als 300 TV-Kanälen. Aufgepasst: der Empfänger geht auf die Jagd nach der Network Information Table (NIT) auf dem aktiven Transponder. Wähle einen Transponder, der die Astra-NIT an Bord hat, z.B. den Multiplex auf 12.552/V (Astra Vision). Direct nach dem Finden der NIT meldet der Empfänger wieviele Transponder untersucht werden sollen. Während des Scan sieht man die Anzahl der zu untersuchenden Transponder abnehmen und fliegen die gefundenen Kanäle über den Schirm.

Nachdem wir auf Astra die Grundlagen gelernt hatten, gingen wir natürlich mit der drehbaren Ausrüstung auf die Jagd nach 'echten' DigiHopKanälen! Auch bei Dr.Overflow bevorzugen wir das Multiband-LNB unserer drehbaren Schüssel. in welcher sich ein loser Polariser befindet, gesteürt von einem analogen Empfänger mit eingebauter Schüsselsteürung. Wir schlossen den Mediamaster mit dem bekannten Splitter (Spannungsweiterleitung nur zum analogen Empfänger) an und stellten in der Dr.Overflow den hohen LOF-Wert unseres LNB auf 10.750 (Hauptmenü/General Setup/option 2) ein. Für C-Band-Empfang ist alles schon gut eingestellt auf 5.150 GHz.

C-Band und NTSC

Was von weit herkommt ist prima, also richteten wir unsere C-Bandschüssel auf 40.5 Grad West, wo seit einzelnen Monaten eine Auswahl von südamerikanischen Stationen zu sehen sind. Deren Empfang verlief problemlos und wir fügten der Senderkliste unzählige Kanälen zu.

Unser bester Freund

Was wir nicht sahen, waren die Meldung 'Kein Zugang' und eine getrennte Radio-Senderliste. Keine französischen und spanischen Radioprogramme mehr? Natürlich doch! Die meisten Radiostationen stehen einfach in der Senderliste, wobei die zig Kanäle aus Les Radios 1, 2 und 3 nach der Wahl eines dieser 'Pakete' mit den Tasten 'rechts' und 'links' selektierbar sind. Und siehe da: zum ersten Mal erscheinen die Namen dieser Stationen in der Liste. Wenn während des Zuhörens von Les Radios die Lautstärke verändert wird, bleibt manchmal der Lautstärke-Balken im Bild stehen und die links/rechtsTasten reagieren nicht mehr. Ein Druck auf OK hilft.

Zusammenfassung

Der TransponderHopper, der nach einem Abend Kämpfen mit der dBox oder Mediamaster und Dr.Overflow-Software nicht spontan in höchste Extase gerät und sich im siebten Himmel glaubt, sollte sich ein anderes Hobby suchen! Endlich wurde unser Digi-Kästchen richtig(?) lebendig und konnten wir DigiHoppen auf oberstem Niveau. Beinahe kein Signal blieb unbemerkt und die einfache Weise womit die verschiedensten Programme auf den Schirm kamen hinterlies einen fantastisch guten Eindruck. Weniger gedacht für den täglichen RTL 4-Zuschaür, obwohl dieser bei Mangel eines getrennten Kästchens zu Hause problemlos alle bekannten Sender sehen kann. Das Irdeto-CAM wird durch die Software uneterstützt. Dr.Overflow zeigt an, was für einen hervorragenden Entwurf den Nokia-Ingenieuren gelungen ist, lange bevor die 'offiziell eingeschränkte' SetTopBoxen in Umlauf kamen. Die Erinnerung daran vergisst man, wenn Dr.Overflow die ersten Bilder auf den Schirm des aktiven TransponderHoppers zaubert. Sehr zu empfehlen und Hoppers-getestet! Dieser Artikel kam unter Mithilfe von Kramer-SattelitenSystemen in Amsterdam zustande. Mit Dank an einzelne Brauereien für ihren Beitrag zur Festfreude während vieler nächtlicher Sitzungen.

übersetzt von Dieterix. Der "Hopper Guide" (Einzelpreis ca. 9 DM) erscheint alle zwei Monate bei TechoMedia in NL 7500 BL Enschede, Tel +31 74 250 5008, Fax +31 74 250 3070.


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